12. Dezember 2018
Kategorie: gelesen

Guter Immobilienjournalismus leuchtet Hintergründe aus

Zu guter Kommunikation gehören nicht nur Erfolgsmeldungen über Marktaktivitäten nach dem Motto „wer baut was für wen, wer kauft was von wem und wer vermietet was an wen?“ sondern auch Hintergrundwissen. Die Befragung von Bulwingesa in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlichen Vereinigung zur Förderung des Immobilienjournalismus (WVFI) e. V. hat mit der Studie „Was ist guter Immobilienjournalismus“ herausgefunden, dass drei Viertel von befragten 150 Männern und nur 17 Frauen mehr wissen wollen als blanke Fakten.

„Was mir im Immobilienjournalismus häufig fehlt, ist der Blick auf den Nutzer; die Perspektive und die Anforderungen jener, die in dem von uns gebauten Raum leben, arbeiten, produzieren und konsumieren; durch die eine Immobilie überhaupt erst ihren Wert erhält.“

Das Zitat bringt auf den Punkt, was aus meiner Beratungserfahrung, die Immobilien-PR als Lieferantin der Journalisten, vor allem im Bereich der Logistik, noch mehr umsetzen könnte. Was es dazu braucht? Interesse am Kunden. Nicht nur an seinem Bedarf an Quadratmetern, sondern auch an dem, was dort geleistet wird.

Logistik geht alle an

Das pure Interesse an der Logistik alleine ist nicht Sinn und Zweck. Entwickler, Nutzer und Standort sollten gemeinsam ian übergeordneten Zielen arbeiten. Die Logistik braucht ihren Platz in der Gesellschaft. Das geht nicht ohne kooperative Kommunikation. Der Blick über den Tellerrand ist wichtig. Die Frage für gute Immobilien-  und Logistikkommunikation ist, wer macht sich im Umfeld Gedanken, wenn teils riesige Logistikzentren in manchmal nur 6 bis 8 Monaten hochgezogen werden. Bei dem Gedanken an diese Gedanken denke ich nicht nur an das häufig beklagte schlechte Image der Logistik.

Ich denke an Bilder, die Interessierte im Kopf haben und auf die sie reagieren oder auch nicht. Nachbarn mit Angst vor zunehmendem oder Freude an besser organisiertem Lkw-Verkehr. Verlader mit Platznot im eigenen Werk, Logistikdienstleister mit Anfragen für Kontrakte, Naturschützer mit Interesse an den neuesten Maßnahmen und Technologien. Zulieferfirmen, die sich ein Geschäft ausrechnen. Stadträte, die eine Vision der Quartierentwicklung im Kopf haben. Und so weiter. Die Liste ist lang. Latentes oder lebendiges Interesse ist da. Es ist an der PR, es zu wecken und zu bedienen.

Boxen voller Geschichten

Das heißt die Erfolgsmeldung „XY baut für…“ reicht nicht aus. Es ist auch Aufgabe der Immobilienbesitzer ihre Mieter dazu anzuhalten über gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verständlich aufzuklären und Vertrauen zu schaffen. Was ich beobachte ist leider das Gegenteil. Statt gemeinsam Geschichten zu erzählen macht die Logistik eher zu. Kontraktlogistiker beugen sich den Non-Disclosure-Vereinbarungen ihrer Kunden. Logistikhallenvermieter beugen sich den Non-Disclosure Vereinbarungen ihrer Mieter. Die Kommunikation verschließt sich der Öffentlichkeit. 

Wie offene Kommunikation wirken kann, zeigt der Tag der Logistik. Er findet jedes Jahr am 3. Donnerstag im April statt. Unter Federführung der Bundesvereinigung Logistik sind es mittlerweile rund 400 Veranstaltungen für Fachkundige und Laien in ganz Deutschland. Eine großartige Aktion der Öffentlichkeitsarbeit im Dienste der Logistik. Eine gute Chance für einen Hintergrundartikel in den Medien, auch für die befragten Leser der Immobilienfachzeitschriften, der einen Blick auf die oben genannten Anforderungen jener werfen will, die „in dem von uns gebauten Raum (…) arbeiten.“

Was Lesern sehr wichtig ist

Die Veranstaltungen zum Tag der Logistik sind landauf und landab Stoff für gute Geschichten. Sie vermitteln das Hintergrundwissen, das laut Bulwingesa-Studie rund 75 Prozent der Befragten sehr wichtig ist. Wenn sie dann noch unter einer guten Überschrift (47%) mit hohem Nachrichtenwert (94%) die Marktmeinung (41%) aus neuen Perspektiven (56%) darstellen und gleichzeitig Fakten (44%) liefern, wächst das Verständnis für Logistik, Logistikparks und Verkehr wieder ein kleines Stückchen. Denn das ist der Anzahl der Befragten nach Erkenntnissen der Bulwingesa-Studie sehr wichtig und eine Aufgabe der Logistikkommunikation.


Kommentare geschlossen

Im Moment ist es leider nicht möglich einen Kommentar zu hinterlassen.


Like & Share: Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen